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Ilmenau, 20.05.2026200520260003kl
Der Kickelhahn ist bezwungen
Bei Bergläufen, welche nicht gerade meine Stärke sind, frage ich mich immer wieder: “Bezwinge ich den Berg oder er mich?”. Diesmal war es der Kickelhahn bei Ilmenau, 861 Meter hoch und 370 Meter über der Stadt. Dass ich diesen Berg erlief, war nun aber doch Zufall.
In der Woche vor Pfingsten findet das jährliche Funtreffen gleichgesinnter Eisenbahnfreunde statt und heuer eben in Erfurt. Für den Mittwoch war erst ein Besuch der Naumburger Straßenbahn und nachmittags eine Weinverkostung in Freyburg angesagt. Letzteres interessierte mich nun gar nicht, so dass ich mich dafür auch nicht angemeldet habe. Irgendwo wollte ich an diesem Nachmittag dann noch hinfahren. Später fand ich den Termin des 36. Kickelhahn-Berglaufes in Ilmenau. Von Naumburg konnte ich auch um Umstieg in Erfurt direkt nach Ilmenau fahren.
Das Wetter hatte umgeschlagen und es zogen immer wieder Regenschauer hinweg. So nahm ich auch den Bus zum Stadion und kam im Regen viel zu früh an. Nach Anmeldung und Umziehen zog der Regen ab, doch im Westen stand die nächste Wolkenwand. So nutzte ich bereits über eine Stunde vor dem Start die Gelegenheit zu einigen Einlaufrunden im Stadion und verschwand mit den ersten Regentropfen wieder im Stadiongebäude.
Um 18 Uhr war der Start angesetzt und zehn Minuten vorher zog der Regen ab. Damit war klar: ich laufe in kurz. Schnell noch eine kurze Auflockerung im Stadion und dann versammelten sich 33 Männer und neun Frauen in lockerer Aufstellung an der Linie. Da es auch Thüringer Studentenmeisterschaften waren , waren es überwiegend auch Spezialisten. Da würde ich das Feld eh vor mir her treiben.  5,7 Kilometer und 371 Höhenmeter lagen vor uns.
Pünktlich ging es im  Sonnenschein los. Die Cracks natürlich vorne weg und an der Spitzkehre sah man sie gleich im Gegenverkehr. Der erste Kilometer war flach, ich ordnete mich hinten ein und versuchte, mich hier nicht abzuschießen. Jenseits der Bahnlinie begann dann die Steigung und hier gibt es keine Downhillabschnitte. Ich fand dann doch meinen Rhythmus, um nun hochzukommen. Anderthalb Kilometer etwas, dann soll es für einen Kilometer etwas flacher Werden, bevor der Hammer zum Gipfel kommt. Dies konnte man schon vorher der Ausschreibung entnehmen.
Da waren doch noch einige wenige hinter mir und irgendwann sah ich sie nicht mehr. Dafür überholte ich später die Ilmenauerin Susanne Bergter und sah dann einen weiteren Mann, es war wohl David Reichart, und Corina Geyer vor mir. Auf dem Flachabschnitt war ich dann schon vor David und passierte dann auch Corinna. Sie ließ sich aber nicht abschütteln und blieb immer mehr oder weniger dicht hinter mir. Nach vier Kilometern ging es dann in den finalen Anstieg. So war immer wieder Gehen angesagt, mal kam Corina näher, mal wuchs mein Vorsprung wieder. Entschieden war nichts - sie kannte die Strecke bestimmt, ich nicht. Vor mir sah ich Baran Kayas, aber der Mann war ausser Reichweite.
Eine Wegkreuzung, ein Wegweise: Kickelhahn 300 Meter. Die letzten 200 Meter wurde es auch etwas flacher und um den Angriff von Corinna rechtzeitig abwehren zu können, zog ich nun zum Endspurt an. So überquerte ich dann doch recht flott die Ziellinie, was einen Max Günther doch beeindrucke. Die Uhr blieb mir mich bei 42:11 stehen, 13 Sekunden vor Corina und doch nur 14 Sekunden hinter Baran. Rang 30 bei den Männern und 3. in der M60, aber das war mir egal. Ich habe den Berg bezwungen. Ich hatte mich auch sehr schnell erholt, drank heißen Tee und bestieg nach dem Umziehen noch den 24 Meter hohen Aussichtsturm. Es war recht windig da oben mit dem Blick über die Höhen des Thüringer Walds und nach Ilmenau hinunter.
Ich fragte dann nach dem kürzestenb Weg und besagter Max Günther, fragte, ob ich joggen oder spazieren will. Wir wollten beide spazieren und so ergab sich bergab eine schöne Wanderung mit langen Gesprächen. Nun weiss ich auch, dass es an diesem Weg eine Mammutbaum-Allee gibt und dies sind wirklich schöne Bäume
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